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Therapie der Herzmuskelentzündung (Myokarditis)



Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann in jedem Alter auftreten. Meist wird sie durch Viren verursacht und tritt als Folge von grippalen Infekten und Durchfallerkrankungen, aber auch nach Masern oder Gürtelrose auf.

Selten führen Bakterien wie Borrelien oder Pilze zu einer Myokarditis. Bei einer Entzündung infolge von Autoimmunkrankheiten wie Rheuma ist der Herzmuskel Angriffsort einer fehlgeleiteten körpereigenen Abwehrreaktion. Oft verläuft die Herzmuskelentzündung unbemerkt und heilt folgenlos aus. Sie kann das Herz aber auch schwer schädigen.

Herzmuskelentzündung © vitapublic GmbH

Herzschwäche als Hinweis auf Herzmuskelentzündung

Von einem Magen-Darm-Infekt oder einem grippalen Infekt erholen wir uns normalerweise rasch und vollständig. Lassen Schwäche und Gliederschmerzen allerdings nicht nach und kommen Herzrasen, Herzstolpern und Herzschmerzen sowie Atemnot bei geringster Belastung hinzu, liegt der Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung nahe. Besonders wenn ein bisher gesunder junger Mensch nach einem banalen Infekt plötzlich „nicht mehr auf die Beine kommt“, muss an eine Myokarditis gedacht werden.

Die Diagnose bei Herzmuskelentzündung

Bei Verdacht auf eine Herzmuskelentzündung wird das Herz mit den üblichen Methoden wie EKG und Echokardiografie untersucht. Meist lassen sich damit schon handfeste Zeichen einer entzündungsbedingten Herzschwäche finden. Daneben gibt es weitere Hinweise, die eine Diagnose ermöglichen:
  • erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit
  • vermehrte weiße Blutkörperchen
  • Erhöhung herzmuskelspezifischer Eiweiße
  • eher selten lassen sich Antikörper gegen die auslösenden Erreger im Blut nachweisen

Biopsie

Oft wird mithilfe eines Herzkatheters Herzmuskelgewebe entnommen und im Labor untersucht. Eine solche Biopsie hilft dem Arzt, die Entzündung sicher nachzuweisen und die Erreger zu identifizieren.

Größte Gefahr bei Herzmuskelentzündung: eine bleibende Herzschwäche

Damit die Entzündung ausheilt und das Herz sich vollständig erholen kann, braucht es vor allem Ruhe. Deshalb ist körperliche Schonung oberstes Gebot für Patienten mit einer Myokarditis. Fällt das Atmen schon in Ruhe schwer, gilt absolute Bettruhe. Mindestens ein halbes Jahr muss auf körperliche Belastung wie Sport verzichtet werden. Belastet sich ein Patient zu früh, steigt die Gefahr für eine Herzinsuffizienz.

Die Therapie: Schonung und Medikamente

Neben körperlicher Schonung verordnet der Arzt auch Medikamente wie Diuretika, ACE-Hemmer und Betablocker, um das Herz zu entlasten und die Herzleistung zu verbessern. Wurde in der Gewebeprobe ein Virus als Auslöser nachgewiesen, kommt eine virusabtötende Behandlung und eine Stärkung der körpereigenen Abwehr infrage. Ist die Entzündung dagegen Folge einer Autoimmunreaktion, verordnet der Arzt spezielle Medikamente wie Kortison, die die Immunabwehr bremsen.
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